So gegen 7 Uhr wache ich auf, habe nicht durchgeschlafen, bin aber frisch. Es ist ein bisschen zu kühl heute Morgen. Stelle fest, dass ich keinen langärmlichen Pulli dabei habe. Deshalb ziehe ich unter dem Hemd ein T-Shirt an, welches ich aber später gleich wieder ausziehe, als es wärmer wird. Zunächst ist der Morgenhimmel grau und verhangen. Dann aber, so gegen 10 Uhr, kommt die Sonne durch und es wird warm. Ich benötige das zusätzliche Shirt nicht mehr.
Nach dem Frühstück probiere ich E-Mails zu empfangen, bekomme zwar Connection mit dem WLAN Brouser vom Hotel, aber der Server ist down, und deshalb kann ich nicht ins Internet.
So nutze ich die Zeit und gehe vor das Hotel, um Bilder zu machen. Dabei werde ich allerdings sofort angesprochen, ja geradezu bestürmt von zwei Taxifahrern. Etwas später kommt noch ein Bettler dazu. Deshalb gehe ich zurück in den Vorplatz des Hotels und setze mich auf eine Bank. Aber auch hier werde ich immer noch durch den Zaun hindurch angesprochen. Schließlich gehe ich zurück in die Lobby des Hotels und warte dort, denn so früh am Morgen ist mir noch nicht der Sinn nach Small Talk. Ich möchte noch meine Ruhe haben.
Um 9:00 war ich mit Dilli verabredet. So gegen 9:30 Uhr ruft er an, dass es sich etwas verspätet.
Vor dem Hotel tobt der Straßenverkehr. Es ist ein wildes Gehupe. Der Hotelinnenhof ist wie eine Oase. Dadurch, dass es gestern Abend so stark regnete, ist heute Morgen die Luft mit Wasserdampf erfüllt. Das hat zur Folge, dass das Morgenlicht der Sonne, die gegen den Dampf ankämpft, wie weichgezeichnet erscheint. Die ganze Gegend ist in ein mildes Licht getaucht.
~ 10:00 Dilli kommt. Er bringt David mit.
Wir gehen zusammen in ein Reisebüro
– Device Travels & Tours (P) Ltd, T.: 977-1-4426463 ,
ca. 5 Minuten zu Fuß in westlicher Richtung vom Hotel. Dort buchen wir einen Flug für morgen (20.03.08) nach Biratnagar, nach Peltimari. Dies ist das CDC, welches sehr weit im Osten von Nepal liegt. Dillis Plan: nach Osten fliegen und dann mit dem Taxi zurückzufahren. Auf der Rückfahrt möchte er noch weitere Projekte besuchen, die er mir zeigen möchte.
Das Ticket für mich kostet 118 USD. Für Nepalesen kostet es die Hälfte.
Exchange Rate im Reisebüro heute:
buy: 1 USD = 64, 75 RS,
sell: 65,35 RS.
Wir nehmen ein Taxi und fahren zum CDC im Norden von Kathmandu.
11:30 Ankunft in Goldhunga / Dharmasthal.

Das CDC befindet sich noch im Bau. Die Mauern stehen auf etwa 2,5 m Höhe. Das Gebäude besteht aus einem kleineren Schulraum und einem größeren Versammlungsraum, der auch für Gottesdienste genutzt werden kann. Ca. 500 m von hier befindet sich auch der z.Zt. genutzte und angemietete Versammlungsraum.

Gegenwärtig hat diese Kirche 60 registrierte Mitglieder, aber sonntags kämen etwa 100 Leute. Sowie das neue kircheneigene Gebäude fertig ist, wird das gemietete aufgegeben. Das gesamte Gelände ist etwas kleiner als 5000 ft². Hinter dem neuen Gebäude befindet sich immer noch genug Gelände, welches für eine Gebäudevergrößerung genutzt werden wird, sowie das neue Haus zu klein wird. Außerdem denkt Dilli daran, die Fläche, welche ein steil ansteigender Hang ist (hinter dem jetzigen Grundstück) zu kaufen. Sowie er das Geld zusammen hat (ca. 50.000 USD), möchte er eine Kaufanfrage an die Regierung stellen, der dieses Gelände gehört.
Insgesamt hat Dilli hier einen CDC-Manager und 8 Teacher. Bereits heute kommen ~ 60 Kinder in das oben erwähnte gemietete Kirchengebäude.
Diese Zahl wird steigen, sowie das neue CDC-Gebäude fertig ist, denn in der gesamten Umgebung sieht man viel Bauaktivität. Das bedeutet, es werden in Zukunft noch viele Menschen in diese Gegend ziehen.
12:45 Weiterfahrt zum NCM–Centre, Nepal. Dies liegt ziemlich weit im Osten von Kathmandu, in Shaukhel, Nähe Changunaryan. Auf dem Wege dahin machen wir einen kurzen 30 Minuten Stopp an einem großen Buddha Tempel: Dharmapala Thangka Centre. Diese Anlage scheint mir riesig und ist sehr beeindruckend. Lustig sind die Äffchen, die dort zwischen der alten Tempelanlage rum springen.
Nach einem kurzen Besuch im Buddha Tempel geht die Fahrt weiter, nicht ohne weiteren Zwischenstopp in einem kleinen Restaurant. Es ist bereits Mittagszeit und die Fahrt durch Kathmandu zieht sich. Die Stadt ist groß und in die Fläche gebaut. Deshalb halten wir kurz und essen Momo. Das ist gefüllte Teigware (vergleichbar mit Maultaschen), die man mit einer würzigen Soße isst.
~ 14:00 Besuch im NCM Headquarter Nepal. Es liegt wie bereits gesagt im Osten von Kathmandu, schon beinahe außerhalb der Stadt.

Das ganze Gebäude ist ein Zeugnis von Dillis Voraussicht und Vision. Es hinterlässt einen guten und starken Eindruck bei mir. Das NCM-Gelände liegt in einer Gegend, wo ringsherum nur gebaut wird. In nur wenigen Jahren wird man die gesamte Umgegend fast kaum noch wiedererkennen. Viele Menschen werden in diese Gegend ziehen – und NCM ist schon dort! Wegen des neuen NCM Gebäudes hat die Regierung eigens Elektrizität dorthin gebracht und eine Überlandleitung gebaut. Das Gebäude besteht aus mehreren Schulungsräumen und Zimmern für Unterkunft für die Teilnehmer. Zunächst steht erst das Erdgeschoß, aber der Bau für ein erstes Stockwerk ist bereits vorbereitet. Wenn wieder Geld zur Verfügung steht, geht’s weiter.
Dort treffe ich folgende Personen:
- Padam Subba: CDC Coordinator und NYI District President
- Aindra Bikram Rai: NCM accountant und District Secretary
- Machindra Samsokang: Pastor and Member of ? (ich habs vergessen)
Auch sind Machindra’s Frau und Eltern dort. Ich mache Fotos.
~ 15:00 Wir fahren weiter zu einem CDC, welches ebenfalls im Osten von Kathmandu liegt, in Manohara. Auf dem Wege dorthin machen wir einen kurzen Stopp am alten Königspalast vom einem der drei ehemaligen Könige vom Kathmandu-Tal. Ein ortskundiger Führer drängelt sich uns auf. Aber der kurze Besuch wird durch ihn interessanter, weil er uns die Geschichte des Palastes erzählen kann. Es stellt sich heraus, dass er Malerschüler ist und anscheinend alte Bilder restauriert. Ich gebe ihm für seine Dienste 100 RS.
~ 16:00 Wir kommen am CDC in Manohara an. Ich stelle fest, dass wir mit einer Schule networken, was ich sehr gut finde. Wir können hier zwei Schulräume mitnutzen ohne dafür Miete zahlen zu müssen. Es ist die „New Holy Cross E.B. School“, irgendeine kirchlich gebundene Schule. Dort findet am Vormittag Unterricht statt. Ab 16:30 können wir die Schulräume nutzen. Etwa 50 Kinder bekommen für zwei bis drei Stunden Unterricht.
17:40 Zurück im Hotel.
Eigentlich sollte ab 18:00 Uhr für drei Stunden Strom ausfallen. Ist aber nicht der Fall. Somit habe ich Zeit Emails abzurufen und zu beantworten. Dabei stelle ich fest, dass der Router vom Hotel so kräftig ist, dass ich über WLAN sogar im dritten Stock in meinem Zimmer ein Signal bekomme, wenn auch der Internetzugang ziemlich langsam ist, aber immerhin. Dieser Router muss so kräftige Radiowellen ausstrahlen, dass man sich die Haut versengt, steht man direkt neben ihm (kleiner Witz am Rande).
21:00 Endlich fällt der Strom aus. Ich gehe in der Nachbarschaft in ein einfaches Restaurant; Kosten: 300 RS.
Etwa um 22 Uhr bin ich wieder im Hotel und schreibe diesen Bericht. Jetzt erweist sich, dass ich das richtige Lap Top gekauft habe. Der Akku hält drei Stunden. Gegen 0:20 geht das Licht wieder an und der Akku ist immer noch nicht leer.
Auch hat sich heute bewiesen, dass ich kurz vor der Reise noch die richtigen Schuhe gekauft habe. Ich habe weder Fußschmerzen noch Schweißfüsse bekommen.